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Rollenspiel Fantasy

Neue Pen & Paper-Runde in der Bezirkszentralbibliothek Spandau

Ab dem 20. September 2025 startet in der Bezirkszentralbibliothek Spandau eine neue Runde für alle, die Würfel, Abenteuer und gute Geschichten lieben.

An jedem dritten Samstag im Monat geht’s gemeinsam in die Pariser Unterwelt, wo ihr als okkulte Ermittler*innen mystischen Geheimnissen, unerklärlichen Phänomenen und unheimlichen Machenschaften auf den Grund geht. Gespielt wird mit Dungeons & Dragons – auf Wunsch auch mit Daggerheart.

Mitmachen können alle Fantasy-Fans ab 14 Jahren. Vorerfahrung? Nicht nötig! Ob du Pen & Paper einfach mal ausprobieren willst oder Lust auf eine regelmäßige Runde hast – komm vorbei und spiel mit.

Die Plätze sind begrenzt, daher bitte vorher kurz anmelden.

  • Datum / Uhrzeit: Start am 20.09.2025, 13–17 Uhr; danach jeden dritten Samstag im Monat.
  • Ort: Gruppenarbeitsbereich (EG), Carl-Schurz-Straße 13, 13597 Berlin
  • Anmeldung: events@ba-spandau.berlin.de oder (030) 90279-5511
  • Eintritt: frei

Was ist Pen & Paper oder einfach Rollenspiel

Pen & Paper ist gemeinsames Geschichtenerzählen am Tisch: Ihr schlüpft in Rollen, beschreibt eure Aktionen und lasst Würfel entscheiden, ob eure Ideen aufgehen – ganz ohne Bildschirm. Hier ist eine lockere Erklärung mit kurzem Beispiel.

Beim Pen & Paper erschafft die Spielleitung eine Welt, malt Orte mit Worten und spielt Nebenfiguren, während die Spielerinnen ihre Heldinnen spielen und sagen, was sie tun. Regeln geben den Rahmen, Würfel liefern Spannung, der Rest ist Fantasie, Teamwork und ein bisschen Improvisation. Ihr verhandelt Pläne, neckt euch über verpatzte Würfe und jubelt, wenn ein riskanter Move klappt. Ein Abenteuer kann ein einmaliger Abend sein oder als Kampagne fortlaufen – wie eine Serie, nur dass ihr sie selbst mitschreibt. Kurz: Es fühlt sich an wie improvisiertes Theater mit Würfeln, bei dem ihr gemeinsam eine Geschichte erlebt.

Pen & Paper deckt unzählige Genres ab, die Ton, Themen und Spielgefühl prägen. Von High Fantasy über Urban-Noir, Sci‑Fi oder als Stofftier entfalten sie ganz unterschiedliche Stimmungen und Herausforderungen für die Runde.

Jed Li Maschharum, Hohepriester der Katari in Ranabar (Foto: Ralf Salecker)
Jed Li Maschharum, Hohepriester der Katari in Ranabar (Foto: Ralf Salecker)

In High Fantasy ziehen Heldinnen durch magische Reiche, bestehen Questen und ringen mit Drachen, Intrigen und alten Prophezeiungen; Sword & Sorcery setzt dagegen auf raue Abenteuer, schnelle Klingen und persönliche Ziele. Urban Fantasy verlegt Magie in die Gegenwart, wo Ermittlerinnen zwischen Neonlichtern und Mythen Fälle lösen, während Gothic- oder Cosmic-Horror mit schleichender Bedrohung, Geheimnissen und dem Unbekannten spielt. In Science-Fiction reicht die Spanne von Space Opera mit waghalsigen Crew-Missionen und galaktischer Politik bis zu Hard-SF, in der Technik, Ressourcen und Ethik im Fokus stehen; Cyberpunk mischt das mit Konzernen, Decks und Sozialkritik. Historische Settings lassen euch reale Epochen erkunden – vom antiken Intrigenspiel bis zur Mantel-und-Degen-Fechterei – während Steampunk Zahnräder, Äthertech und viktorianisches Flair beisteuert. Postapokalyptische Szenarien drehen sich um Überleben, Gemeinschaft und moralische Dilemmata – immer getragen von euren Figuren, ihren Entscheidungen und den Geschichten, die ihr am Tisch erschafft.

Kurzes Beispiel:

Später Abend in einem verlassenen Innenhof in Paris. Nebel kriecht über das Kopfsteinpflaster, irgendwo tropft Wasser. Ihr seid okkulte Ermittler*innen und folgt einer Spur schwarzer Kerzenwachs-Flecken zu einem zugemauerten Kellerfenster. „Ich taste die Steine ab und suche eine lose Fuge“, sagt eine Figur. Die Spielleitung nickt: „Klingt riskant – bitte würfeln.“ Die Würfel klackern über den Tisch. „17!“ – „Du drückst, die Fuge gibt nach, ein kalter Luftzug streicht dir über die Finger. Dahinter: flackerndes Licht, leises Flüstern.“ Die Gruppe wirft sich Blicke zu. „Ich zeichne ein Schutzsymbol, während du die Öffnung erweiterst“, schlägt jemand vor. Ein weiterer Wurf, dieses Mal knapp. Stein splittert, das Flüstern wird lauter. „Ihr seht einen Kreis aus Kreide und… etwas bewegt sich darin.“ Die Spielleitung hebt die Augenbraue. „Was tut ihr?“ Und genau hier entsteht eure Geschichte: durch eure Entscheidungen, Erfolge, Patzer – und die nächsten Würfe.

Dungeons & Dragons und Daggerheart

Beide sind klassenbasierte Fantasy‑Rollenspiele mit Spielleitung und Gruppenfokus; der entscheidende Unterschied liegt in der Handlungsauflösung: Dungeons & Dragons arbeitet mit Proben auf dem zwanzigseitigen Würfel samt Vorteil/Nachteil, während Daggerheart zwei zwölfseitige Würfel für Hoffnung/Furcht nutzt, die zugleich den erzählerischen Fluss steuern und ohne starre Zugreihenfolge auskommen.

Bei Daggerheart entscheidet das Verhältnis der beiden Würfel, ob ein Erfolg „mit Hoffnung“ oder „mit Furcht“ erzählerische Wendungen nach sich zieht; gleiche Augenzahlen können als kritisches Ergebnis gewertet werden.

Dungeons & Dragons bleibt bei der klassischen Probe gegen eine festgelegte Schwierigkeit und moduliert das Ergebnis mit Vorteil/Nachteil, wodurch sich die Erfolgswahrscheinlichkeit klar berechnen und am Spieltisch transparent kommunizieren lässt.

In der Figurenerschaffung setzt Daggerheart auf Kartenpakete für Abstammung, Gemeinschaft, Unterklasse und thematische Domänen, was die Auswahl greifbar macht, und das Weiterentwickeln strukturiert; D&D führt das bewährte Klassen‑/Unterklassen‑Gerüst in der 2024‑Überarbeitung fort.

Praktisch heißt das: Daggerheart spielt seine Stärken aus, wenn eine Spielerrunde einen erzählerischen Ablauf mit spürbarer Hoffnung/Furcht‑Dramaturgie und flexiblem Szenenwechsel sucht, während D&D den vertrauten d20‑Kern mit festen Schwierigkeitsgraden, Vorteil/Nachteil und enormer Inhaltsfülle bietet; zudem ist Daggerheart seit Mai 2025 regulär veröffentlicht, während D&D 2024 seine große Überarbeitung erhielt.