Das Fantasy-Land Chryseia hat seine Wurzeln in der antiken griechischen Geschichte und Mythologie. Homers Ilias mit dem Trojanischen Krieg haben auch in die älteste Fantasy-Welt Deutschlands, nämlich Magira, Einzug gefunden. Der Fund einer antiken griechischen Münze aus Ilion (Troja) in Spandau, hat die historischen Bezüge deutlich gemacht.
Chryseis in der Ilias
Chryseis ist in der griechischen Mythologie die Tochter des Apollonpriesters Chryses. Ihr Vater diente dem Gott Apollon Smintheus in Chryse, einer Stadt in der Troas nahe Troja. Damit gehört Chryseis von Anfang an in das religiöse und geografische Umfeld Ilions.
Da sind sie wieder, die Namensvettern auf Magira: Chryseia und Illyion.
Chryseis als Ausgangspunkt der Handlung
In Homers Ilias spielt Chryseis eine Schlüsselrolle, weil an ihrem Schicksal der zentrale Konflikt des Epos ausgelöst wird. Während des Trojanischen Krieges wird sie von den Griechen erbeutet, laut Homer bei einem Beutezug in Thebe in der Troas, und bei der Verteilung der Kriegsbeute Agamemnon zugesprochen.
Als ihr Vater Chryses ins griechische Lager kommt, um sie mit reichem Lösegeld freizukaufen, weist Agamemnon ihn hart und ehrlos zurück. Chryses bittet daraufhin Apollon um Hilfe. Der Gott erhört das Gebet seines Priesters und schickt eine verheerende Pest über das griechische Heer.

Der „Zorn des Achilleus“
Unter dem Druck des Heeres und auf Rat des Sehers Kalchas muss Agamemnon Chryseis schließlich an ihren Vater zurückgeben, damit die Seuche endet. Doch er verlangt Ersatz für seinen Verlust und nimmt Briseis, die Gefangene des Achilleus.
Gerade aus diesem Vorgang entsteht der „Zorn des Achilleus“, das Leitthema der gesamten Ilias. Chryseis ist daher nicht nur eine Nebenfigur, sondern der eigentliche Auslöser des zentralen Handlungskonflikts: Durch ihre Wegnahme, die Forderung ihres Vaters und ihre Rückgabe gerät das Machtgefüge im griechischen Heer ins Wanken.
Chryseis und Ilion
Der Bezug von Chryseis zu Ilion ist eng. Sie stammt aus der Troas, also aus jener Landschaft, zu der auch Troja gehörte. Ihr Vater war Priester eines lokalen Apollon-Kultes, der fest in der trojanischen Region verankert war. Chryseis steht damit für die Verbindung von Krieg, Religion und regionaler Identität im Umfeld Ilions.
Ihr Schicksal macht außerdem deutlich, dass der Trojanische Krieg sich nicht nur an den Mauern Trojas abspielte, sondern auch das Umland erfasste. Die griechischen Plünderungszüge zerstörten Städte der Troas und trafen Menschen wie Chryseis unmittelbar.
Verbindung zum Münzfund aus Ilion
Auch im Zusammenhang mit dem Berliner beziehungsweise Spandauer Münzfund ist Chryseis von Interesse. Die dort erwähnte Münze aus der Münzstätte Ilion mit dem Bild der Athena Ilias verweist auf dieselbe kulturelle Welt, in der auch die Figur der Chryseis verortet ist. Zwar gehört sie zum Apollon-Kult ihres Vaters, doch ihr Hintergrund ist Teil jenes sakralen und politischen Raums, der mit Ilion verbunden war.
Chryseis ist somit nicht nur Auslöser des Konflikts in der Ilias, sondern auch eine Figur, die tief im mythologischen und religiösen Umfeld Trojas verwurzelt ist.

